Familienhajk Rottenburg
Donnerstag, 03 Oktober 2019 18:11

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„Äh, wie bitte? Was ist denn ein Hajk?“
Diese Frage wurde uns in den letzten Wochen oft gestellt, während wir eifrig zum 1. Familienhajk unseres Außenstammes einluden.

„Eine Wanderung bei den Pfadfindern!“, war unsere knappe und simple Antwort, die jedoch den vielfältigen Erlebnissen während unserer Tour in keinster Weise gerecht wurde.
Am letzten Samstag trafen sich über 40 Teilnehmer, um gemeinsam den Rammert (den Wald zwischen Rottenburg und Ofterdingen) zu erkunden. Von der Oma bis hin zum 3-jährigen Kindergartenkind waren alle Altersgruppen vertreten und gemeinsam zogen wir los.
Nach einer ordentlichen Wegstrecke erreichten wir eine erste Besonderheit: Gleich neben dem Trampfelpfad befand sich ein riesiger Dachsbau und unser „Stammförster“ erklärte uns, wie diese Tiere ihre Höhlen graben und bewohnen. Weiter ging es bergauf, bis wir eine Kreuzung erreichten. Dort erklärte Rahel uns, wie man mit dem Rangerhalstuch Wunden versorgen kann und Verletzte transportiert. Wie gut, dass wir dieses neu erworbene Wissen an diesem Wochenende nicht anwenden mussten!
Tapfer ging es weiter bis zur Dünnbachhütte, wo wir unsere Mittagspause einlegten. Der Rast tat gut, bevor Ruben uns vor eine neue Herausforderung stellte: In Gruppen aufgeteilt sollten wir ein Naturbiwak bauen. Ein wildes Sammeln von Naturmaterialien begann, mit denen jedes Team ein kuscheliges Nachtlager baute. Wie schade, dass dies nur eine Übung war und wir kurze Zeit später schon weiterziehen mussten, um unseren tatsächlichen Übernachtungsplatz zu erreichen. Um den letzten Teil der Wegstrecke zu finden, hatten Jojada und Hanna Waldläuferzeichen gelegt. Erwachsene und Kinder hatten großen Spaß dabei, die Zeichen in dem unwegsamen Waldgelände zu suchen und nebenbei noch Pilze, Spuren von Wildschweinen und große Matschlöcher zu entdecken. Gegen 16.00 Uhr erreichten wir dann den Ofterdinger Waldspielplatz.
Wie bei den Rangern üblich, fielen wir aber nicht ins „gemachte Nest“. Jetzt wurden 3 Jurten aufgebaut, Tische und Bänke gestellt. Es wurde Gemüse geschnippelt, die Gaskocher angeworfen und bald zog herrlicher Essensduft durch die Luft. Das leckere Chili con carne ließ die Lebensgeister zurückkehren. Während die Kleinen mit neuer Energie durch die Gegend sprangen, besorgten Mamas und Papas den Abwasch. Die großen Ranger zündeten das Lagerfeuer an.
Mit Einbruch der Dunkelheit wurde es kühl, aber keineswegs ungemütlich. Bei „Klein gegen Groß“ mussten schwierige Fragen beantwortet, große Türme gebaut und sportliche Höchstleistungen unter Gelächter und Jubel vollbracht werden. Ein von den Kundschaftern zubereiteter Schokopudding rundete das tolle Programm ab.
Die Nacht war kalt, die Sterne funkelten am klaren Himmel und so manchem erschwerte dieser Zustand die Nachtruhe. Aber selbst gebrühter Kaffee und Rührei mit Speck von über 100 Eiern sorgte bei allen wieder für gute Laune. Nach dem Frühstück erzählte uns Ruben eine spannende Geschichte von Petrus, einem Freund von Jesus. Er hatte ein großes Versprechen Jesus gegenüber nicht gehalten und trotzdem wollte Jesus weiterhin sein Freund sein. Wie gut, dass Jesus uns genauso behandelt und dass er zu uns hält, auch wenn wir Fehler machen.
Schon kurze Zeit später brach die erste Gruppe auf, um bewaffnet mit Karte und Kompass, die nächste Station an einem Bachlauf im Wald zu finden. Mit Hilfe des Kompasses ging es richtig durchs Unterholz! Aber alle Teams kamen heil bei Beni und Anna an, die an einem „Krokodilfluss“ auf uns warteten. Diesen sollten wir mit Hilfe einer Seilbrücke überqueren. Da waren die Kinder natürlich nicht zu halten. Eifrig wurde gesichert, geklettert und geschaukelt. Auch einige Erwachsene „trauten“ sich hinüber.
Nach einem Mittagsrast nahmen wir dann die letzte Herausforderung für dieses Wochenende in Angriff: Wir sollten unseren Zielpunkt mit Hilfe eines Wegekrokis finden. Es war beeindruckend, wie die anfängliche Skepsis einem glücklichen „Ich habe es kapiert!“ wich und wie alle Beteiligten verstanden, was diese verklausulierte Zeichnung auf dem Blatt mit unserem Weg zu tun hatte. So kamen wir alle begeistert und vollzählig am Schadenweiler Spielplatz an. Wir waren uns einig: So eine Aktion muss es nächstes Jahr wieder geben!

Hanna

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